Ansichten
Piper: Wir in der Redaktion schreiben für den "gebildeten Laien".
Das bedeutet, wir müssen so schreiben, daß es jemand versteht,
der nicht Wirtschaft studiert hat und der nicht Manager in einer Firma ist.
Allerdings sind einige Dinge wirklich so kompliziert, daß sie nicht
jeder verstehen wird. Zum Beispiel gibt es derzeit eine wichtige Debatte über
neue Bilanzregeln. Das kann man zwar vereinfachen, aber damit will sich nicht
jeder Leser beschäftigen. Und dann wollen wir natürlich, daß
unsere Kommentare für die Profis interessant sind. Der Chef einer großen
Bank muß sagen: "Ich schaue immer in die Süddeutsche Zeitung rein.
Die haben so interessante Kommentare und Analysen."
David: Allgemeinverständlich auf hohem Niveau?
Piper: Wir nennen das Qualitätszeitung. Dies beinhaltet einen
gewissen Anspruch und gewisse Anforderungen an die Leser. Daran, daß
unsere Auflage trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise weiter steigt, merkt
man, daß die Leute diesen anspruchsvollen Journalismus haben wollen.
David: Jetzt haben wir über Deinen eigentlichen Beruf, den Journalismus,
geredet. In den letzten Jahren ist aber noch ein zweiter aufgekommen, nämlich
das Bücherschreiben. Du hast bereits zwei Bücher geschrieben: "Felix
und das liebe Geld" und "Geschichte der Wirtschaft", die beide großen
Erfolg hatten und haben. Warum schreibst Du Bücher? >weiter
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